ERLEBTE GESCHICHTEN

Ein Vierteljahrhundert Erzählwerkstatt 

 

 

Erzählen, berichten, zuhören, teilnehmen – die Menschen, die in die Erzählwerkstatt kommen , wollen, dass ihre Lebenserinnerungen und ihre Erfahrungen mitgeteilt und nicht vergessen werden. 

Dass Erinnerungen auch nach Jahrzehnten noch  schmerzhaft sein können, war zu erleben, als ein Betroffener beim Thema „Es kamen Flüchtlinge“ von seinen Fluchterfahrungen am Ende des Krieges erzählte. Einen tiefen Eindruck hinterließ auch eine Französin, die auf der Suche nach Spuren ihrer Familie in die Erzählwerkstatt gekommen war. Die Großeltern waren mit ihren Kindern von den Nationalsozialisten nach Ravensburg verschleppt worden, wo sie zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden.

Zumeist sind es aber Geschichten und Erfahrungen aus dem Alltag: Wie verbrachte man früher seine Freizeit, wie wurden Lebensmittel haltbar gemacht, welche Gerichte kochte die Mutter, welche Lehrer hatte man, wie erlebte man die Jugendzeit im Dritten Reich, welche Persönlichkeiten Ravensburgs waren stadtbekannt, welche Rechte hatten Frauen  ...und vieles mehr.

Jeden zweiten Montag im Monat lädt die Museumsgesellschaft alle Interessierten zur Erzählwerkstatt in ihr Haus in der Humpisstraße 5 ein, ausgenommen  in den Monaten  Dezember bis März und in den Ferienzeiten. Beginn ist jeweils um 14.30 Uhr.

Die Themen werden einige Tage vorher am Haus angeschlagen und am vorgesehenen Termin unter „Veranstaltungen“ in der Schwäbischen Zeitung veröffentlicht.

Auf dieser Seite kommen Bürgerinnen und Bürger Ravensburgs zu Wort, die das Leben mit all ihren Veränderungen über sehr viele Jahrzehnte erlebt haben. Sie erzählen über Brauchtum, Kindheit und Schulzeit, über die Zeit des Nationalsozialismus, den Einfall der Franzosen in der Stadt usw.