Topadresse im Ravensburger Museumsviertel

Wer erstmals als Tourist die Stadt Ravensburg betritt, wird relativ schnell von dem Charme dieser mittelalterlichen Stadt angezogen. Vorbei am Frauentorturm über den Marienplatz, entlang an Blaserturm, Schwörsaal Rathaus und hinauf über die Marktstraße zum Museumsviertel. An jedem dieser Gebäude oder Straßen lohnt es sich zu verweilen und den Atem der Jahrhunderte zu spüren. Ganz besonders gelingt dies im Humpishaus der Museumsgesellschaft Ravensburg e.V. in der Humpisstraße 5. Das Besondere hier, die Jahrhunderte alte Geschichte der Stadt Ravensburg ist in diesem Haus erlebbar. Wir sind in einem Museum, einer Museumswerkstatt, in der das alte Handwerk gepflegt wird.

Gleich im Untergeschoss entsteht aus einer Bütt, gefüllt mit Wasser, untergemixt lediglich Zellstoff und Holzschliff, wundervolles Büttenpapier. In der Papiermacher-Werkstatt wird Papier geschöpft, gegautscht, gepresst und getrocknet. Es entstehen u.a. individuell gestaltete Papierbögen, dazugehörige Umschläge und Glückwunschkarten.

Im 1. Obergeschoss sitzen Kinder mit einem Schreibrohr in der Hand und „zeichnen“ alte, fast vergessene Schriften. Wir sind in der Schreibwerkstatt. Das besondere hier ist, dass die Besucher ihre Schreibwerkzeuge selber herstellen können. Daneben können individuell gestaltete Karten angefertigt werden. Den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt.

An manchen Samstagen durchströmen wohlriechende Düfte das Haus. Wenn es in der Humpisküche brodelt und dampft, dann werden außergewöhnliche Gerichte zubereitet, die in früheren Zeiten recht gewöhnlich waren und die teilweise noch heute auf der heimischen Speisekarte stehen.

Ganz besondere kunsthandwerkliche Gegenstände entstehen in der Textilwerkstatt. Sie kann man nirgends kaufen. Brettchen weben, Filzen, Spinnen und Nesteln sind alte Handwerkstechniken, die jeder interessierte Besucher selber erlernen kann.

Im obersten Stockwerk durchweht der Geist von Johannes Gutenberg das Haus. Alles, was zum Drucken im Mittelalter benötigt wurde, kann jeder Interessierte hier finden und z.B. Glückwunschkarten, Verse, Poesie usw. stilvoll gestalten.

Häuslebauer und jene, die es vielleicht einmal werden wollen, können im Humpishaus am konkreten Modell erfahren, wie ein Fachwerkhaus gebaut ist.

Wer hier für einige Stunden verweilt, in einer Museumswerkstätte selber Papier herstellt wie vor hunderten von Jahren, der geht beglückt und zufrieden nach Hause und kommt sicher eines Tages wieder.

Das Humpis-Quartier

1000 Jahre Kulturgeschichte authentisch erleben:
Inmitten der Ravensburger Altstadt liegt das Humpis-Quartier, eines der besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartiere in Süddeutschland. Die Fernhandelsfamilie Humpis hat dem Ensemble im 15. Jahrhundert die heutige Gestalt gegeben.
Das Museum Humpis-Quartier (MHQ) ist ein ungewöhnlicher Ort: Hier kann städtische Kulturgeschichte vom 11. bis zum 21. Jahrhundert emotional und authentisch erlebt werden. Das Quartier besteht aus sieben Gebäuden und stellt eine spannende begehbare Lebenswelt dar. Sie erlaubt es, auf Zeitreise zu gehen - angefangen vom Mittelalter durch annähernd 60 Räume, Dachböden und Keller, um im Heute wieder anzukommen.
Die Museumsgesellschaft Ravensburg e.V. arbeitet mit dem Museum vertrauensvoll zusammen.